Der Weltumsegler: Warum Networking allein nicht immer zum Ziel führt

//Der Weltumsegler: Warum Networking allein nicht immer zum Ziel führt

Der Weltumsegler: Warum Networking allein nicht immer zum Ziel führt

In einer kleinen Stadt an der portugiesischen Küste war es seit langer Zeit Tradition, dass einmal in einem Jahrzehnt ein Sohn der Stadt auf den Weg geschickt wurde, um die Welt zu umsegeln. Ursprünglich war diese Reise den Söhnen der reichsten Familie der Stadt vorbehalten gewesen, doch als ihr die Nachkommen ausgingen, schlossen sich einige wohlhabende Kaufleute zusammen, um die Tradition weiterleben zu lassen. So durften sich die mutigsten Segler der Region an einem bestimmten Tag vorstellen und für sich selbst werben. Dem Besten von ihnen ließen die Kaufleute das Segelschiff seiner Wahl bauen. Zusätzlich stellten sie ihm eine kleine Crew zur Seite und versorgten seine Familie in der Zeit, in der er unterwegs war.

Für die jungen Männer der Stadt war es die größte Auszeichnung, die sie in ihrem Leben erfahren konnten. Dennoch gab es nicht viele, die sich überhaupt eine Weltumseglung zutrauten. In diesem Jahr gab es sogar nur zwei Bewerber. Der eine von ihnen verstand sich darauf, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Gezielt ging er zu Veranstaltungen und Festen, auf denen er einen der entscheidenden Kaufleute der Stadt anzutreffen hoffte. Dort, wo er sie traf, erzählte er ihnen von seinen Plänen und versuchte auf diese Weise, sie schon im Vorfeld für sich einzunehmen.

Dem anderen lag es nicht so sehr, öffentlich für sich zu werben. Lieber konzentrierte er sich darauf, seinen Körper und seinen Geist für die bevorstehende Reise zu stählen. Aus Hölzern, die er am Strand zusammenklaubte, baute er einen Prototypen des Segelschiffes, mit dem er die Welt umsegeln wollte.

Als nun der Tag kam, an dem sich die beiden den Kaufleuten der Stadt präsentieren mussten, war der Erstgenannte nicht besonders gut vorbereitet. Körperlich schien er nicht sehr fit und auch der Entwurf des Segelboots, den er zeigte, konnte nicht überzeugen. Er verließ sich darauf, dass seine Kontakte ihn weiterbringen würden.

Der Zweitgenannte war für die Kaufleute ein unbeschriebenes Blatt. Doch wie er da vor ihnen stand, mit einem durchtrainierten Körper und einer schier unbändigen Willenskraft und Leidenschaft, so waren sie doch sehr beeindruckt. Als er ihnen dann noch das selbst gebaute Modell vorführte, waren sie überzeugt: Er sollte der Auserkorene sein.

Niedergeschlagen gratulierte der andere, welcher sich vor diesem Tag schon für den vermeintlichen Sieger gehalten hatte.

Einer der Kaufleute nahm ihn beiseite und sagte: »Du hast deine und unsere Zeit vergeudet! Denn das solltest du dir merken: Wenn es um eine Entscheidung geht, die für uns mit viel Geld verbunden ist, dann geht es nicht darum, wen du kennst, sondern darum, was du kannst!«

 

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